18. Juli 2023: Eine Pfaff 38 hält Einzug. Sie ist Baujahr 1936.

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Als Ergänzung zur Geradstich-134 wird noch eine robuste Zickzack-Maschine benötigt. Als diese Pfaff 38-6 in den Kleinanzeigen auftauchte, habe ich mal 50 Euro geboten. Am Ende wechselten 60 Euro den Besitzer. Schon auf den Bildern war zu erkennen, das war keine gepflegte Maschine. Die sah sehr verschmutzt aus. Und so war es dann auch. Wenn die 38er nicht so selten wären, hätte ich sie nicht genommen. Und später zeigten sich doch zu viele verschleissbedingte Probleme, so dass sie von einer Pfaff 138 abgelöst wurde.
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Hier sieht man den Zustand sehr deutlich. Die ersten Teile sind schon abmontiert zur Reinigung und Überholung. Alle Metallflächen mussten aufpoliert werden. Der Lack wurde gereinigt, Glanz kommt durch Auftrag von Nähmaschinenöl wieder.
Die ersten Nähversuche scheiterten dann auch vollkommen: Es wurde nicht mal der Unterfaden hoch geholt. Es war sofort ersichtlich, dass die Nadel nicht tief genug in den Greifer eintaucht. Kurz im Forum gesucht, und die Ursache gefunden. Bei den Baujahren vor 1937 fanden Nadeln der Größe 38R Verwendung, die sind länger als die heute gebräuchlichen 130/705H 'Universalnadeln'. Die Lösung stand auch im Forum: Nadelstange tiefer stellen. Ich habe das dann schrittweise gemacht, bis der Faden vom Greifer sicher erfasst wurde. Dann blieb aber der Faden gerne am Greifer hängen, der war einfach schon zu gammelig. In meinem Teilelager (was sehr klein ist) fand sich ein geeigneter Greifer und eine andere Kapsel. Damit ging es dann fehlerfrei.
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Der Rest ist Feineinstellung der Fadenspannungen. Die Maschine schafft 7,5mm lange Stiche und 4,5mm breiten Zickzack. Sie kam mit einem Tisch, dessen Platte restaurierungswürdig ist. Auch das Gussgestell ist schön:
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Ausserdem war ein Original-Pfaff Motor vorhanden, mit einer ganz und gar nicht originalen, sehr tödlichen Motorregelung aus offen liegenden Heizdrähten:
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Der Motor braucht einen Übertrager, da er auf 125 Volt betrieben wird.
Ansonsten war noch einiges Zubehör dabei. Zum Teil wird dieses in der Original-Betriebsanleitung beschrieben, könnte also noch seit Auslieferung erhalten sein:
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Was fehlt ist der Schieberdeckel. Es lag aber ein Stück Blech dabei (siehe oben), aus dem man mit wenig Aufwand einen solchen nachbauen konnte. Es mussten nur die Schmalseiten schräg gefeilt werden. Das tuts erst Mal.
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Der Spuler hatte einen stark abgenutzten Auslösehebel. Der wurde mit einem Stück Messingblech ergänzt. Passend gebogen konnte das einfach aufgeklemmt werden.
Das schöne Gusseisengestell der Maschine hat es mir angetan. Damit muss doch was anzufangen sein, auch wenn eigentlich kein Platz für einen zweiten Tisch ist...

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