03. - 04. März 2018 Flat Caps

Aus Stoffresten habe ich mir übers Wochenende drei Flatcaps genäht. Dazu kam der Schnitt der Florent Cap zum Einsatz:

Den Schnitt bekommt man passgenau, wenn man vorher ein Profil anlegt und sein Kopfmaß angibt. Es sieht überschaubar aus, das richtig zusammenzunähen ist aber nicht einfach. Bei der ersten Kappe habe ich noch einiges falsch gemacht. Tragbar ist sie trotzdem.
Ich zeige das anhand der Jeans-Kappe, da man es hier besonders gut erkennen kann.

Zuschnitte aus Jeans und Feincord.

Die Mittelnaht. Der Jeansfaden war in der Unterspule.

Das Material für den Schirm wird aus einem Bau-Eimer geschnitten. Das ist HDPE, sehr zäh und wird nicht brüchig (nur bei Frost kann man es mit Gewalt brechen).

Die Seitenteile rechts auf rechts an das Kopfteil gesteckt. Im hinteren Bogen spreizt es sich, das habe ich erst in einem zweiten Schritt gemacht.

Nachdem die Naht im vorderen Teil genäht ist, und alle pieksigen Stecknadeln entfernt sind, wird der hintere Nahtteil zusammen gesteckt. Und zwar genau auf der Nahtlinie, bei mir 15mm von der Kante entfernt. Dazu die Kanten vom Kopfteil etwas einschneiden, damit es sich um die Kurve ziehen lässt. Immer drauf achten, dass die Nahtlinien genau aufeinandertreffen.

Hat man diese erste Hürde geschafft, dann sieht es so aus. Wer noch nicht so viele kniffelige Situationen mit der Nähmaschine bewältigt hat, sollte das vielleicht erst mal an Reststücken üben.

Die Nahtzugaben werden wie bei der Mittelnaht von innen flach gebügelt und schmalkantig angenäht.



Die Schirmteile sind unterschiedlich groß, das kleinere kommt auf die Unterseite der Kappe.

Nahtzugaben auseinanderbügeln und beim Einsetzen des Schirms möglichst nach oben und unten verteilen. Bei dünnerem Stoff würde ich die Nahtzugaben eher komplett nach unten legen.

Mit eingesetzem Schirm knapp am Rand zunähen.

Jetzt wird es noch mal schwierig. Der Schirm (er liegt auf dem Foto innen, ist also nicht zu sehen) wird am Kappenrand angesteckt und knappkantig angenäht. Mit einer Freiarm-Nähmaschine ist das einfacher.

Immer schön Stück für Stück, und die Kanten gut zusammenhalten.

Dann sieht es fertig so aus. Der Schirm liegt innen.

Das innere Kopfband ist 25mm breit und wird genau auf Kopfmass gefertigt.

Die Kapppe ist ja noch auf Links. Das Band ca. 18mm tief an die Kante anpinnen (15mm = Nahtzugabe + 3mm spätere Nahtbreite) und dabei die Umfänge von Kappe und Band gut verteilen. Dann knappkantig annähen. Damit kommt man am Schirm dann auch wieder knapp an der Kante vom Plastik vorbei. Das ganze war schwierig, bei der dritten Kappe klappte es schon besser.

Fertig. Jetzt die Kappenfront noch auf den Schirm nähen. Ob nun ganz vorne an der Kante oder einige Zentimeter weiter hinten kann man selber entscheiden. Bei der Jeanskappe habe ich es ganz vorne zusammengenäht. Hier hilft nur Nadel und Faden.

Kappenkonferenz :-)
